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LéOparleur – tout ce qui brille
erstellt am 18.09.2008 von wolf



LéOparleur – “tout ce qui brille” - CD
(Leo Production im Vertrieb von Broken Silence) – VÖ – 16. Februar 2007


label/vertrieb:
http://www.leoparleur.com/
http://www.brokensilence.biz/
http://www.malagueta-music.com/





presse/bio:
>>> Die Brüder Josef (Gesang, Gitarre, Trompete, Programmierung) und Simon Oster (Akkordeon, Gesang) sind in La Krutenau aufgewachsen, einem Straßburger Stadtteil, in dem vor allem sesshafte Roma und Sinti wohnten. In dieser Umgebung entdeckten die beiden Jungen schnell gewisse Parallelen zwischen Rockgitarren und der Musik der „Manouches“ - einer ethnischen Subgruppe von Sinti, die hauptsächlich in Frankreich und in Belgien angesiedelt ist. Auf Urlaubsreisen in der Türkei und im Maghreb sammelten sie Eindrücke, während in Frankreich phantasievolle Musiker mit wilden Stilmischungen die Rockszene ordentlich durcheinander schüttelten. Vor dieser Kulisse gründeten. Josef und Simon Oster im Jahre 1992 LéOparleur, vier Jahre später stiegen Maya Martinez (Saxophon, Gesang, Posaune, Klarinette, Kastagnetten), Gregory Pernet (Kontrabass) und Eddy Claudel (Schlagzeug) ein und prägten die Musik der Band mit zusätzlichem Humor und großzügigem Talent.

Vom Printemps de Bourges bis zu den Transmusicales in Rennes, von Marseille bis in die Bretagne haben die Elsässer über 200 Konzerte gegeben und ihre musikalische Erfahrung durch vielfältige Begegnungen angereichert. „Revoir la mer“ entstand auf diesen Reisen, im Rhythmus der Tourneen, ein strammer Wind in den musikalischen Segeln, die -Freiheit stets am Horizont. Als wahre Partykünstler strotzen LéOparleur -auch im Studio geradezu vor Energie und Spielfreude und lassen dabei der Phantasie und der Poesie großen Raum.

Arabo-andalusische Melodien, osteuropäische Rhythmen und einen ehrlichen Gypsyrock bilden die musikalische Grundlage zu engagierten und poetischen Texten, die wundervoll von Maya und Josef gesungen werden (« Ma vie »). Simons Akkordeon erfrischt mit balkanischen Tönen (« Revoir la Mer »), Maya bringt Saxofone und Kastagnetten zum tanzen, Josefs Flamenco-Gitarre, feine Perkussionen und eine witziges Fanfare-Schlagzeug erinnern an Zirkusmusik (« C’est fini »). Man denkt an Sevilla (« Mas Amor »), an Buenos Aires (« Sous les roses »), an Brecht (« Le Grand Lustucru ») und natürlich an die kleine französische Bar von nebenan (« Revoir la Mer », « Miss Terry »).

"Tout ce qui brille" lässt eine farbenfrohe und poetische Welt entstehen, in der das Spanien der Gypsies und der Mauren sich kubanischer Rhythmen bedient, eine Welt ohne Grenzen, in der La Mano Negra, Boris Vian, Ibrahim Ferrer, Goran Bregovic, Django Reinhardt und The Clash riesige Freude an einer fantastischen Jam-Session hätten.
LéOparleur erzählen kleine Geschichten des Alltags. Sie lassen eine poetische Welt entstehen, in der Rock, Walzer und Java Lächeln und Tränen zusammen bringen. Mit Augenzwinkern und Talent strahlen LéOparleur auf dem Album wie auch auf der Bühne Großzügigkeit, jugendliche Frische, Humor und Virtuosität aus. Davon kann man sich an folgenden Terminen selbst überzeugen: <<<

mukke:
http://www.malagueta-music.com/IMG/mp3_Leo-C_est_fini.mp3
http://leoparleur.com/disc.htm#


video:


YouTube-Direktlink





artist website:
http://www.myspace.com/officialleoparleur
http://leoparleur.com/


LéOparleur sind:
Josef OSTER(chant, guitare, trompette)
Simon OSTER(accordeon, chant)
Maya MARTINEZ (saxophones, chant, trombone, clarinette, castagnettes)
Gregory PERNET (contrebasse, chant, clarinette)
Samuel Klein et Jean Bernhardt (batterie, percussions)


discography:
revoir la mer - mars 2002
tout ce qui brille - janvier 2006


tour:
18 Sep 08 - JENA [D] Kassablanca
19 Sep 08 - BERLIN [D] Maschinenhaus
20 Sep 08 - DRESDEN [D] Groove Station
23 Sep 08 - HAMBURG [D] Fabrik
25 Sep 08 - FRANKFURT [D] Brotfabrik
26 Sep 08 - LEIPZIG [D] Moritzbastei
27 Sep 08 - STUTTGART [D] Laboratorium





Ausschnitt aus dem Interview von Charlotte Noblet mit LéOparleur, Übersetzung von Magali Breul,
erschienen am 01.05.2006 in: http://www.rencontres.de/Musik

LéOparleur, ihr seid aus Straßburg und trinkt mit eurem Publikum zusammen Pastis. Woher habt ihr diese Angewohnheit?

Josef Oster: Bei den Konzerten einen Apéritif auszuschenken? Das machen wir, seitdem wir mal in Marseille gespielt haben. Da haben wir gelernt, um fünf Uhr nachmittags den pastaga zu trinken, während die cagoles und die mias, die aufgedonnerten Tussis und die schmierigen Typen, auf ihren Mofas vorbeiheizen. Das fanden wir nett, und wir haben es in unsere Konzerte übernommen. Das stimmt schon, Pastis auf der einen und das Elsass auf der anderen Seite … Aber wir konnten ja keinen Schnaps ausschenken, sonst hätten an den Ausgängen ein paar Rettungswagen bereit stehen müssen, und das treibt die Produktionskosten für so ein Konzert ganz schön in die Höhe! Statt Pastis könnte es auch Raki sein. Pastis ist wie Raki. Ein leichtes Getränk, das man mit Wasser verdünnt serviert bekommt. Massilia Sound System machen macht das auch schon eine Weile. Wir wollten es in unserer neuen Show eigentlich nicht mehr machen, aber bei den Zugaben riefen dann viele die Leute « Apéro! Apéro! » …

Simon spielt Akkordeon und Eddy Tambourfanfare, macht ihr euch damit nicht ein bisschen über das Etikett « Chanson française » lustig?

Josef Oster: Wir kommen aus Straßburg, deshalb ist alles typisch Französische nicht wirklich unser Ding! Unsere Musik ist eher eine Kreuzung zwischen osteuropäischer, deutscher und romanischer Kultur.
Maya Martinez: Unsere Musik lässt sich eigentlich in keine Schublade stecken. LéOparleur, das ist ein bisschen wie ein heranwachsendes Individuum. Da gibt es immer neue literarische und musikalische Einflüsse. Auf dem ersten Album gab es Lieder von Sufi-Dichtern aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem neuen Album sind es eher Flamenco-Einflüsse. Und wenn der Sound heute gemischter und rockiger klingt, heterogener, dann liegt das vielleicht daran, dass wir das gemacht haben, wozu wir gerade Lust hatten. Und genauso wie eine Person, die sich immer weiter entwickelt, legen auch wir keinen Wert auf ein besonderes Etikett, sei es nun das der « Chanson française », der »traditionellen Musik« oder ein anderes. Das beeinträchtigt vielleicht den Wiedererkennungseffekt, aber das Risiko nehmen wir in Kauf.

Von den Texten auf diesem neuen Album geht eine gewisse Melancholie aus, auch wenn die Melodien Musik immer sehr verspielt bleibt. Welche Botschaft wollt ihr vermitteln?

Josef Oster: Dieses Mal habe ich weniger Texte geschrieben als sonst. Wir haben mit verschiedenen anderen Komponisten zusammen gearbeitet, daher rührt vielleicht dieser Eindruck von Leichtigkeit. Aber diese Poesie bleibt sehr subjektiv. Mir hat neulich jemand, der sich die Texte angehört hatte, gesagt, dass er am Ende des Albums ein etwas beklemmendes Gefühl hatte, so als stünde er plötzlich allein auf der Straßeein Gefühl von Einsamkeit.
Maya Martinez: Auf beiden Alben gibt es Texte, die etwas düster sind, die aber immer begleitet werden von eher fröhlichen und sogar mitreißenden Melodien begleitet werden. Denken Sie an Grand Lustucru oder Dernier métro: von den Texten kriegt man eine Gänsehaut, aber sie laden trotzdem zum Tanzen ein. Das ist ein bisschen wie Flamenco: da geht es ab, aber in Wahrheit tut es weh. Und es tut gut, das zu sagen, dass es weh tut. Vielleicht ist das die Botschaft.

»Sag’ ich eine Lüge, komme ich in die Hölle. Sag’ ich die Wahrheit, ist es die Hölle auf Erden.« Der Text zu Petit frère d’Huguette ist sehr bildhaft und ausdrucksstark. Stammt der aus Josefs Feder?

Maya Martinez: Das ist die Cover-Version eines Liedes, das Josef mal in einem Kurzfilm gehört hatte. Es stammt aus einem Film, der in der tiefen Provinz des alten Frankreichs spielt, mit sehr sympathischen Charakteren. In dem Film gibt es eine Melodie, die immer wiederkehrt und die Josef aufgeschrieben hat. Da sie wirklich eingängig war, haben wir sie während in eines einem Konzerts gespielt. Und als dem Regisseur, einem Mann aus Toulouse, auffiel, dass die GEMA ihm Urheberrechtstantiemen auszahlte, setzte er sich mit uns in Verbindung. Das ist wirklich eine total nette Geschichte! Seine Frau war es, die hat den Text verfasst hat, und ein Freund hat die Musik komponiert. Er hat uns gebeten, ihm unsere Version zuzuschicken, und weil sie ihm sehr gefallen hat, war er damit einverstanden, dass wir das Lied auf das Album nehmen.





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