h.c. hoppe
 
 

MENSCHENBILDER - September 2007
 

Rede anläßlich der Ausstellungseröffnung in der Verbandssparkasse Wesel zu den Werken und den Entstehungsprozessen der Arbeiten Hans-Christoph Hoppes:

Hans-Christoph Hoppes Arbeiten entstehen innerhalb eines spontanen Prozesses, das heißt, dass er – ohne Verwendung eines Modells – direkt auf das Holz oder den Stein zeichnet und sich quasi in das material hineinarbeitet. Die äußere Form des Holzes oder des Steins bleibt dabei erhalten, aus dem material werden Kopf und Körper herausgeholt. Bei einem Holzschnitt ist der künstlerische Prozess damit aber noch nicht beendet. Auf den Druckstock wird die Buchdruckfarbe aufgewalzt, darauf dann das Papier gelegt und in aufwendiger Handarbeit so lange aufgedrückt, bis das Ergebnis den Künstler befriedigt. Hans-Christoph Hoppe setzt sich dabei intensiv mit dem Material Holz auseinander, er achtet bewusst darauf, dass die Maserung des Holzes an einigen Stellen zu sehen ist, denn das Spannungsverhältnis zwischen der natürlichen Struktur des Holzes und dem künstlerischen Eingriff steht dabei im Vordergrund. Die Wahl ist daher ganz bewusst auf natürliche Materialien wie Holz, Stein und Ton gefallen, die ihm zum einen den Widerstand bieten, den er sucht und die ihn aber vor allem zu einer gewissen Langsamkeit zwingen.

Im Gegensatz dazu ist die Zeichnung zu verstehen, die immer den Ausgangspunkt seiner Werke bildet. Gezeichnet hat der Künstler Zeit seines Lebens, er schätzt an der Zeichnung das Schnelle, Spontane und Intuitive, ob er nun auf Papier oder direkt auf Holz oder Stein zeichnet. Er verarbeitet durch die Zeichnung Ideen und Eindrücke, Gesichter, Köpfe und Körper sind dann das Resultat. Ohne diese Technik wären die vorliegenden Arbeiten undenkbar.

Eines ist allen Arbeiten, die sich hier befinden, gemein: Hans-Christoph Hoppe hat intuitiv den richtigen Moment gefunden, das Werk für vollendet zu erklären, er hat im richtigen Moment aufgehört, was nicht nur das Schwierigste sondern auch das Wichtigste während des künstlerischen Schaffensprozesses ist.

Künstlerisches Schaffen erwächst immer aus der Wechselwirkung von Mensch und Umwelt und Zeit. Es entstanden dabei im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Formen, Methoden und Techniken, die dieses Spannungsverhältnis verarbeiten. Es geht hierbei aber nicht um das bloße Abbilden des existierenden sondern um die Auseinandersetzung hiermit. Jeder Künstler hat dabei seine eigene Sicht- und Ausdrucksweise. Hans-Christoph Hoppe verarbeitet seine Ideen und Eindrücke auf eine besonders eindrucksvolle und eigenwillige Art. Der menschliche Körper und insbesondere der Kopf stehen im Vordergrund.

Die Beziehung beider zueinander wird immer wieder thematisiert. Dabei fällt vor allem der expressive Charakter der Darstellung des seelisch nach Innen geehrten, mit sich selbst beschäftigen Gestalten auf. Hans-Christoph Hoppes Werke sind eines sicherlich nicht: dekorativ. Die von ihm geschaffenen Figuren tragen in Gestik und Mimik oftmals Trauer, Melancholie und Einsamkeit und gerade dadurch werden aus Holz und Stein erst Menschenbilder.

Hans-Christoph Hoppe begreift sich selbst als politischen Menschen. Anhand seines Werkes, dass für sich selbst spricht, kann man sich davon ein Bild machen.
















erstellt am 24.12.2007